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IRENE KEPL

www.irenekepl.at

Komponieren und Improvisieren sind für mich grundlegend verschiedene Tätigkeiten, die mich vor völlig unterschiedliche Herausforderungen stellen. Wenn ich ein Stück aufschreibe, kann ich mir genau überlegen, was ich möchte, warum dies oder jenes, und wie ich es am besten kommuniziere (notiere). An der freien Improvisation gefällt mir, dass man jeden Moment voll und ganz annehmen muss - so wie er ist. Wenn man "hätte ich" oder "sollte ich" oder - schlimmer noch - "hätte doch der andere" denkt, dann ist man eigentlich nicht mehr in der Improvisation. Dann komponiert man, manipuliert man. Improvisation bedeutet von Zeit zu Zeit etwas geben, vor allem aber hinhören. Es bedeutet das Jetzt zu vertiefen. Und umso tiefer man hineingerät, desto mehr Tiefe lässt sich erahnen. Sobald ich herausgefunden habe, wie es geht, höre ich auf zu improvisieren. Ich bezweifle aber, dass das jemals passieren wird.

Irene Kepl ist freischaffende Violinistin und Komponistin aus Wien. Das Herzstück ihrer Arbeit liegt auf freie Improvisation - Komposition, vor allem mittels Verdichtung von Klangsprachen und Kommunikationsformen. Sie komponiert u.a. für die Wiener Festwochen (ein Projekt, das Erinnerungskultur thematisierte) und ORF Musikprotokoll (zeitgenössische Musik während einer Karussellfahrt), erhielt Preise ( u.a. Theodor Körnerpreis, Gustav Mahlerpreis) war als artist in residence bei music OMI/New York und gründet die Konzertreihe "Musik im Raum".

Sie ist international aktiv mit zahlreichen eigenen Projekte wie dem Improv-Duo Kepl & Holub, Ensemble VERSO und Violet Spin neben Projekten mit Tanz (Ursina Tossi/Hamburg) und der Entwicklung installativer Konzepte. Zusammenarbeit u.a. mit Joe McPhee, Joelle Leandre und Mats Gustafsson.